Antifa-Wochenende in Schwerin

Ende Februar freuen wir uns auf gleich 2 Veranstaltungen, welche beide im Komplex Schwerin stattfinden und von der Rosa-Luxemburg-Stiftung gefördert werden:

22.02. – Lesung: “30 Jahre Antifa in Ostdeutschland”

Der staatliche und gesellschaftliche Umbruch 1989/90 war ein Markstein für die heutige Antifa-Bewegung. Unter der Annahme einer gemeinsamen widerständigen Geschichte wurde in bisherigen Rückschauen allerdings nur wenig beachtet, dass in Ostdeutschland eine eigenständige Bewegung entstand, die bereits in der ausgehenden DDR ihren Anfang nahm und ein eigenes Profil entwickelte. 30 Jahre nach Gründung der ersten unabhängigen Antifa-Gruppen in der DDR bündelt dieser Band nun erstmals sozial-, kultur- und geschichtswissenschaftliche Analysen. Forscher_innen und Aktivist_innen geben dabei Einblicke in persönliche Handlungsanlässe, gesellschaftspolitische Kontexte und bewegungsinterne Debatten. Die Autor_innen widmen sich den Auseinandersetzungen mit der FDJ und DDR-Staatssicherheit, Raumaneignungen durch Hausbesetzungen und das ambivalente Verhältnis von Antifa-Gruppen in Ost- und Westdeutschland. Es werden biographische Aspekte sowie Verständnisse von Militanz rekonstruiert und eine raumtheoretische Perspektive vorgestellt. Weitere Beiträge besprechen das Theorie-Praxis-Verhältnis politischer Bildung, antifaschistische Gedenkpolitik und die Entstehung der Antideutschen. Abschließend werden Dissens und Chancen von zivilgesellschaftlichen Kooperationen beleuchtet.

23.02. – Soliparty

Alles kostet Geld. Und selbst um irgendwann den Kapitalismus zu überwinden, brauchen wir erstmal finanzielle Mittel. Menschen werden aufgrund ihres Engagements gegen Nazis, Sexisten und das Kapital mit Repressionen überzogen. Das zieht oftmals Anwaltskosten etc. nach sich. Um genau diese tollen Leute nicht allein zu lassen, holen wir an diesem Abend ein bisschen Geld rein. Dazu gibt‘s nen wilden musikalischen Mix von:

NoCapNoStyle (Hiphop/Trap – Berlin)
https://www.mixcloud.com/NoCapNoStyle/

Tiger White (Bass – Schwerin)
https://soundcloud.com/radiowelle-jupiter

BW 36 (alltimes – Rostock)

Nicerdicer & Rafi Merkava (Hiphop/Alltimes/Trash – Rostock)

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Veranstaltungsreihe: 70 Jahre Israel

Der Verein Context – Bausteine für historische und politische Bildung e.V. veranstaltet in den nächsten Wochen eine Veranstaltungsreihe, die die Politik, Gesellschaft und Konflikte des jüdischen Staates beleuchten soll.

In Schwerin finden dazu 2 Veranstaltungen an 2 Orten statt:

27.11., Paulskirchenkeller Schwerin, Paulskirche
Der arabisch-israelische Konflikt. Ursachen, Dimensionen, Folgen

14.12., Komplex Schwerin, Pfaffenstraße 4
Die Staatsgründung Israels, der erste arabisch-israelische Krieg und die schwierige Deutung der Vergangenheit

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Antifaschistischer Gedenkspaziergang am 9.11.

Antifaschist_Innen haben am 9. November mit einem Gedenkspaziergang an die Reichspogromnacht 1938 erinnert, welche auf den Tag genau 80 Jahre zurück lag. Unzählige Synagogen wurden angezündet, hunterte Juden und Jüdinnen getötet oder deportiert. Auch in Schwerin gab es antisemitische Ausschreitungen. Die Privatwohnungen und das Kaufhaus der Familie Kychenthal am Markt wurden verwüstet, alle 16 männlichen Juden wurden als “Schutzhäftlinge” nach Neustrelitz gebracht. Die meisten von ihnen wurden nach Theresienstadt deportiert und starben dort.
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Um an die schrecklichen Verbrechen der Deutschen zu erinnern, zogen die Antifaschist_Innen durch die Innenstadt und putzten die Stolpersteine, welche vor die letzten Wohnorten der Juden und Jüdinnen gelegt wurden. Antisemitismus ist weiterhin ein gesamtgesellschaftliches Problem, 4 von 10 Deutschen können sich ein autoritäres Regime vorstellen (Studie Uni Leipzig) und Rassisten schrecken nicht davor zurück, an diesem Tag ihre Aufmärsche zu veranstalten. All dies sind Gründe, weiterhin jeden Tag dafür zu kämpfen, dass die gesellschaftlichen Voraussetzungen, die Auschwitz erst möglich gemacht haben, zurück gedrängt werden. Eine aktive Erinnerungspolitik ist ein Teil dieses Kampfes.
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Skandalöser Polizeieinsatz bei AfD Kundgebung
Auch die AfD in Schwerin führte an diesem Tag eine Kundgebung mit ca. 200 Personen auf dem Dreescher Markt durch. Das zivilgesellschaftliche Bündnis “Schwerin für Alle” organisierte einen Spaziergang, welcher am Kundgebungsort der AfD vorbei ging. Diesem Aufruf folgten ca. 90 Personen.
Einige Antifaschist_Innen wollten es sich nicht nehmen lassen, ihren Protest gegen die pietätlose AfD-Veranstaltung in Sichtweite zu äußern und zeigten ein Transparent mit der Aufschrift “Gegen jeden Antisemitismus”. Sofort wurden diese von Polizisten angegriffen und mit Schubsen und Schlägen zurückgedrängt. Der skandalöse Einsatz sorgte dafür, dass die AfD ihre rassistische und antisemitische Hetze ohne Widerspruch durchführen konnte. 80 Jahre, nachdem hier das jüdische Leben ausgelöscht wurde. Im Dezember soll die nächste Veranstaltung der Rassisten stattfinden. Auch hier wird breit aufgestellter Protest nötig sein, um den Menschenfeinden keine ruhige Minute zu geben.
In Gedenken an alle Ermordeten Juden und Jüdinnen in Schwerin und anderswo.

AfD läuft in Schwerin

Nach 4 stationären Kundgebungen lief die AfD heute das erste Mal durch die Innenstadt. Während sich am Auftaktort, dem Südufer des Pfaffenteichs, ca 250 Rassisten von NPD, über Kameradschaften bis AfD versammelten, gab es eine Gegenkundgebung des Bündnisses „Schwerin für Alle“ auf dem Marktplatz.

Auf der Gegenkundgebung gab es mehrere Redebeiträge, unter anderem ergriff beim offenen Mikrofon ein Syrer das Wort und berichtete über seine Erfahrungen mit Rassismus in Deutschland. Die merkwürdige Angewohnheit mancher Gegenprotestler_Innen, Deutschlandfahnen mitzubringen, gab es diese Woche nicht. Trotzdem ist zu kritisieren, dass sich das aufrufende Bündnis „Schwerin für Alle“ noch immer nicht deutlich gegen Nationalismus als Teil des Problems positioniert hat.

Insgesamt kamen ca. 200 vorwiegend junge Menschen zusammen, um gegen das rückschrittliche Weltbild der AfD zu protestieren.

Die Route der AfD wurde mehrmals durch Gegenproteste gestört. Auf der Abschlusskundgebung war die Rede von Hagen Brauer durch lautes Getrommel kaum zu verstehen. Teilweise vermummten sich einige AfD-Anhänger, was von der Polizei jedoch nicht weiter geahndet wurde.

Auch in den kommenden Wochen wird die AfD wieder aufmarschieren. Antifa und Zivilgesellschaft müssen einen langen Atem beweisen, wenn sie den Rassisten die Straße streitig machen wollen. Hierzu zählt auch, eigene Akzente zu setzen und sich nicht nur auf den Marktplatz vertrösten zu lassen, während die AfD durch die Stadt läuft.

 

 

AfD läuft (nicht).

Nach nunmehr 4 stationären Kundgebungen will die AfD heute (24.09.18) durch die Innenstadt von Schwerin marschieren.

Im Gegensatz zu den erfolgreichen Protesten am Wochenende in Rostock, werden die Rassisten hier auf vergleichsweise wenig Widerstand stoßen. Nachdem der Gegenprotest nach zahlenmäßiger Überlegenheit auf das gleiche Level wie die AfD-Veranstaltungen gesunken sind, ist es wichtig, umso entschlossener auf die Straße zu gehen. Gegen Rassismus, Nationalismus, Antisemitismus und Sexismus!

Eine angemeldete Gegenkundgebung vom Bündnis “Schwerin für Alle” findet ab 18:30 auf dem Marktlpatz statt.

AfD & NPD vereint im Rassismus

Am 03.09.2018 um 19 Uhr rief die AfD erneut zur Mahnwache auf. Anlass war der Tod des Chemnitzers Daniel H., welcher vor einer Woche erstochen wurde. Schon bevor die Täter bekannt waren, instrumentalisierten rechte Kräfte den Todesfall, um Stimmung gegen Geflüchtete zu machen.

Die Gegenkundgebung des Bündnisses „Schwerin für Alle“ war mit ca. 350 Menschen gut besucht. Parteiorganisationen, politische Initiativen und Zivilgesellschaft demonstrierten gegen rechte Meinungsmache.

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Die Mahnwache der AfD deckte das komplette Spektrum an extrem rechten Strukturen ab. Neben eigenen Landstagsabgeordneten und Mitgliedern, fanden sich auch militante Neonazi-Kameradschaften und NPD-Kader wie Andreas Theißen (Kreisvorsitz NPD Westmecklenburg) ein. Zudem fanden sich viele unorganisierte Neonazis zusammen. In der ersten Reihe standen neben AfD-Mitgliedern auch Personen mit Shirts der rechtsradikalen Hooligan-Band „Kategorie C“ oder der „Schwarzen Sonne“.

Im Allgemeinen kann von „Trauer“ nicht die Rede sein. Die Stimmung war aggressiv und viele der Nazis wollten sich ihr Bier nicht nehmen lassen. Es geht ihnen nicht um einen verstorbenen Menschen, sondern um den eigenen Rassismus.

Insgesamt nahmen ca. 150 Personen an der rassistischen Mahnwache teil.

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Saufen gegen Trauer?

Im Anschluss der Mahnwache versammelten sich ca. 30 Nazis aus dem Umfeld von NPD/JN und Kameradschaftsstrukturen, um gesammelt zum Marienplatz zu laufen. Von dort aus zogen sie Parolen brüllend zum Hauptbahnhof, wo sich die Gruppe auflöste. Das rassistische Klima, befeuert durch AfD und Pegida, führt zu einem neuen Selbstvertrauen in der gesamten rechten Szene.

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NPD-Kader Theißen im Gespräch mit Norbert Höfs

Es ist erfreulich, dass eine breit aufgestellte Gegenkundgebung den Rassisten nicht den Platz überlassen hat. Kritikwürdig ist jedoch, dass mit Nazis auf der eigenen Kundgebung nicht konsequent genug umgegangen wurde. Außerdem gab es von Einzelpersonen den Versuch, einen Dialog zwischen den Rassisten und der Bündniskundgebung herzustellen, welcher zum Glück nicht gelang. Rassismus ist keine Diskussionsgrundlage und muss entschieden zurückgewiesen werden.

Wir hoffen weiterhn auf eine kontinuierliche antifaschistische Arbeit von allen Akteur_Innen, welche heute auf der Straße waren. Der heutige Tag hat gezeigt, dass es auch in Schwerin ein Mobilisierungspotential gibt, welches unbedingt genutzt werden muss.