Wochenende überschattet von rechten Übergriffen

Von Freitag, den 09.09. bis Sonntag, den 11.09 kam es in Schwerin zu mehreren Vorfällen mit rassistischen Motiven.

Freitagnacht wurden in der Wittenburger Str. rassistische Graffiti auf den Gehweg gesprüht. Währenddessen soll es gegen 1 Uhr nachts auf dem Marienplatz nahe dem Altstadtfest zu einem rassistischen Übergriff auf eine Gruppe Refugees gekommen sein, welche sich dort aufgehalten hat.

Ähnlich war auch die Situation am Samstagabend, ebenfalls auf dem Marienplatz. Nachdem Refugees von einer Gruppe Neonazis attackiert wurden, konnten die Täter unbehelligt auf dem Altstadtfest weiter feiern, während die Refugees von der Polizei festgesetzt wurden. Warum es zu keinem der beiden Fälle eine Pressemitteilung gibt, obwohl mindestens letzterer Fall von der Polizei aufgenommen wurde, ist fraglich. Einzig eine Auseinandersetzung zwischen Syrern wird erwähnt.

Eine Gruppe Neonazis, die vorher auf dem Altstadtfest feiern war und eindeutig dem “Deutschland wehrt sich”-Umfeld zugerechnet wird, hat den Skatepark in Lankow mit Pyro angegriffen. Zu diesem Zeitpunkt fand dort der jährliche Skatecontest statt, zu dem Skater*Innen sowie Zuschauer*innen aus ganz Deutschland anreisen. Da alternative Kultur für die Neonazis in “ihrem Kiez” nichts verloren hat, griff die 9-köpfige Gruppe den Skatepark an, indem sie Feuerwerk in die Menschenmenge schossen. Daraufhin fanden sich einige Personen, die sich diesen Angriff nicht bieten lassen wollten. Als sie die Neoazis zur Rede stellen wollten, ergriffen diese sichtlich überrascht die Flucht. Trotzdem gelang es den engagierten Personen, einigen der Neonazis die Konsequenzen für ihre Aktion aufzuzeigen. Naziaktivistin Tanja B. wollte ihr Fehlverhalten partout nicht einsehen und griff zum Pfefferspray. Später wurden Anzeigen aufgenommen, alle Besucher*Innen des Skateparks wurden unter Generalverdacht gestellt und durften für die Zeit der Maßnahme nicht das Gelände verlassen. Der Skatecontest konnte anschließend ohne weitere Vorkommnisse beendet werden.

Das Wochenende zeigt erneut, wie wichtig antifaschistischer Selbstschutz ist. Volksfeste wie das Altstadtfest oder kürzlich das Drachenbootfest, auf dem es ebenfalls einen rassistischen Angriff gab (wir berichteten) oder alternative Kulturangebote wie der Skatecontest sind für die Neonazis Anlässe, ihre Hegemonie in Straßenzügen oder ganzen Stadtteilen unter Beweis zu stellen und vermeintliche politische Gegner sowie Geflüchtete anzugreifen. Auf die Polizei kann mensch sich in der Regel nicht verlassen, da die Neonazis beim Eintreffen der Einsatzkräfte meist in der Menschenmenge oder ihrem Kiez untergetaucht sind.

Presse:

Schwerin Lokal
PM Polizei 1
PM Polizei 2

Bildet Banden!

 

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fragmente. – Vorträge im Komplex

Bereits diesen Monat starten wir mit regelmäßigen Vorträgen, Infoveranstaltungen, Lesungen etc. unter dem Label “fragmente.”!

Die Veranstaltungen finden regelmäßig im Komplex Schwerin statt. Alle Infos und Termine findet ihr HIER.

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Jagd auf Refugees auf dem Volksfest

Vom 26.-28 August 2016 fand in Schwerin wieder das Drachenbootfestival am Pfaffenteich statt. Besonders abends, zwischen Bratwurststand, Bierwagen und Livebühne kommt der Volksfestcharakter zum Vorschein und zieht auch Menschen, die dem Drachenbootsport eher gleichgültig eingestellt sind.

Am Freitagabend, den 26.08. kam es im Rahmen des Festes zu einer regelrechten Jagd auf Refugees. Gegen 01.30 Uhr wurde eine fünfköpfige Gruppe junger arabisch-sprechender Menschen von einem rassistischen Mob verfolgt. Die Zahl der Angreifer ließ sich nicht genau bestimmen, sie waren jedoch eindeutig in der Überzahl.

Die Geflüchteten konnten sich auf ein nahegelegenes Grundstück retten. Dort wurden sie von den Angreifern unter anderem mit Glasflaschen, Steinen und Holzbalken beworfen. Anwohner*Innen alarmierten die Polizei. Diese ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und schaffte es nur, den augenscheinlich am meisten Betrunkenen zu stellen, da er im Gegensatz zu seinen Mitstreitern auch gar keine Fluchtversuche unternahm. Während der Maßnahme schrie der Angreifer eindeutige Morddrohungen in Richtung der jungen Refugees, sowie deren Familien. Er soll in Gewahrsam genommen worden sein.

Die Polizei sah offenbar keinen Anlass, zu diesem Vorfall eine Pressemitteilung zu verfassen, obwohl sich solche rassistischen Angriffe in Schwerin in den letzten Monaten deutlich vermehrt haben.

Nächstes Wochenende findet in Schwerin wieder das Altstadtfest statt. In diesem Rahmen ist vor 2 Jahren ein augenscheinlich Nicht-Deutscher schwer attackiert worden. Auch in den Vorjahren ist es immer wieder zu rassistischen Ausfällen und Angriffen gekommen. Fühlt sich das deutsche Kollektiv von Menschen, die für sie augenscheinlich nicht ins Bild passen, gestört, entlädt sich der Hass immer wieder auf brutale Art und Weise an Geflüchteten. Solange dies der Fall ist und schweigend oder unterstützend hingenommen wird, sind solcherlei Feste für uns unerträglich.

Heute und morgen gegen Rassisten protestieren:

01.09. – 18 Uhr Staatskanzlei: Gegen die AfD-Kundgebung!

02.09. 11.00 – 12.00 Uhr in Lankow in der Rahlstedter Straße beim Ärztehaus (beim Fleischer/Bäcker)

14.30 -15.30 Uhr in der Magdeburger Straße/Ecke Pankower Straße in Höhe der Sparkasse

16.30 – 17.30 Uhr in der Benno-Völkner-Straße /Carl-Friedrich-Flemming-Str.

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Kommende rechte Veranstaltungen

Zum Wahlkampfabschluss halten NPD und AfD in Schwerin noch diverse Kundgebungen ab.

Am 01.09. will die AfD ihren Wahlkampfabschluss mit Beatrix von Storch, Alexander Gauland und dem Spitzenkandidat für MV, Leif-Erik Holm an der Siegessäule vor dem Schloss abhalten. Beginn ist 18 Uhr. Das Bündnis “Schwerin für Alle” kündigt eine Gegenveranstaltung um 18 Uhr vor der Staatskanzlei an.

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Die NPD meldet für Freitag, den 02.09., gleich 3 Kundgebungen an:

11.00 – 12.00 Uhr in Lankow in der Rahlstedter Straße beim Ärztehaus (beim Fleischer/Bäcker)
14.30 -15.30 Uhr in der Magdeburger Straße/Ecke Pankower Straße in Höhe der Sparkasse
16.30 – 17.30 Uhr in der Benno-Völkner-Straße /Carl-Friedrich-Flemming-Str.
Kommt vorbei und lasst rassistische Hetze nicht unwidersprochen!
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AfD-Kundgebung in Schwerin!

Am kommenden Samstag, den 30.07.2016 findet eine Kundgebung der rechten Partei “Alternative für Deutschland” auf dem Marktplatz in Schwerin statt.

Am 04. September sind Landtagswahlen in M-V. Die Zeichen für die Rechtspopulisten, welche von Anfang an die “Ängste” der so genannten “besorgten Bürger” für sich nutzen konnte und die rassistische Stimmung immer weiter befeuerte, stehen sehr gut. Die aktuellen Umfragewerte lassen keinen Zweifel daran, dass die AfD für die kommende Legislaturperiode im Landtag vertreten sein wird.

Die AfD wird von vielen als “Protestpartei” oder tatsächliche Alternative zu den etablierten Parteien gesehen. Mit ihren Forderungen setzt sich aber kaum jemand auseinander. So will sie z.B. den kürzlich eingeführten Mindestlohn bekämpfen. Abseits des Marktes verfolgt die AfD alles andere als freiheitliche Ziele. So ist sie mit antifeministischen Positionen strikt gegen webliche Selbstbestimmung. Auch soll der Zugang zu Universitäten und Gymnasien erschwert werden und staatliche Kindergärten abgeschafft werden. Dass in dem rechten Weltbild alle Muslime und Refugees als potentielle Attentäter*Innen angesehen werden, Überrascht wenig.
Weitere Argumente, warum die AfD unwählbar ist, liefert die Initiative “Unsere Antwort: Solidarität”.

In den letzten Monaten gab es in Schwerin immer wieder rassistische Pöbeleien und Angriffe, sowie pogromartige Stimmung vor einer Geflüchtetenunterkunft in Lankow. Gerade am Montag gab es einen Angriff auf das linke Kultur- und Wohnzentrum Komplex.

Wir wollen der permanenten Hetze von AfD und Co. etwas entgegen setzen! Zeigt auf jede erdenkliche Weise euren Protest. Seid kreativ und laut!

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Antifa-Jugend Schwerin

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Nazi-Angriff aufs Komplex Schwerin

Am 25.07.2016, gegen 23.30 gab es einen Angriff auf das linke Kultur- und Wohnprojekt “Komplex”. Die Angreifer sind dem Umfeld der rassistischen Gruppierung “Deutschland wehrt sich (DWS)” zuzuordnen, dies lies sich aufgrund von KfZ-Kennzeichen sowie der Sichtung einzelner Personen aus diesem Umfeld schnell herausfinden. Im Konvoi von 4 Autos fuhren sie vor das Haus und spielten laut rechte Musik ab. Einzelne Nazis versuchten sich zum Haus Zugang zu verschaffen, mussten aber aufgrund des konsequenten Auftretens der Bewohner*Innen und Besucher*Innen schnell die Flucht ergreifen.

Die Teilnehmerzahlen der DWS-Demos rutschen immer weiter in Richtung 0. Waren es letzten Montag nur 70, so waren es am Samstag gerade mal knapp 30. Zu einer angemeldeten Veranstaltung heute am Grunthalplatz schafften es gerade mal 5 Nazis, die unverrichteter Dinge wieder abzogen und lieber in Lankow Bier tranken. Der Frust über das eigene Versagen und der angetrunkene Mut gepaart mit ihrer menschenverachtenden Gesinnung lies sie nun also wieder mal zu einem konkreten Angriff auf die körperliche Unversehrtheit anderer fähig werden.

Wir bleiben weiter offensiv, bis auch der letzte Nazi keinen Bock mehr hat! Wir sind solidarisch mit allen, die von rechter Gewalt betroffen sind oder in Zukunft sein könnten!

Antifa 19
Komplex Schwerin

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“DWS” erreicht neuen Tiefpunkt

Am 23. Juli versammelten sich ca. 20 Nazis und besorgte Rassisten am Grunthalplatz in Schwerin unter dem Motto “Wir für München”. Während bereits am Vorabend die traurigen Begebenheiten für rassistische Hetze missbraucht wurden, wollte “Deutschland wehrt sich” nun also durch die Innenstadt marschieren. Nachdem die Demo, die für 800 Menschen [sic!] angemeldet wurde, keinen weiteren Zulauf mehr bekam, machten sich die Nazis auf dem Weg durch die Wismarsche Straße.

 

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Nach einigen Metern wurden sie bereits von Antifaschist*Innen gestört. Am Pfaffenteich wurden sie von einer Gruppe aus ca. 30 alternativen Jugendlichen empfangen. Auch der weitere Marsch wurde von Antifaschist*Innen und Bürger*Innen begleitet, die ihren Unmut durch Trillerpfeifen und Transparente zum Ausdruck brachten. Der selbsternannte Gedenkmarsch hielt sich derweil mit Pöbeleien und Beleidigungen nicht zurück.

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Zwischenkundgebungen wurden auf der Strecke nicht abgehalten, dafür redete sich Torsten Schramke während des Marsches in Rage. Einer weiblichen Person, die die Rassisten auspfiff, wurde “ihr ganz persönlicher Vergewaltiger” gewünscht. Kurze Zeit später verlautbarte Schramke, dass er hoffe, dass sich unter den Todesopfern von München nur “Gutmenschen” befanden. Der Größenwahn war perfekt, als er auf dem Marienplatz und dem Zulauf von weiteren 5 Rassisten verkündete: “Wir werden immer mehr!”.

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Mit einer Teilnehmerzahl von 25 haben die Rassisten einen neuen Tiefpunkt erreicht. Bis auf den harten Kern, welche sich aus besorgten Rassisten, “Saufnazis” und einigen Kameradschaftlern zusammen setzt, folgt keiner mehr den Aufrufen von DWS.

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