Empörung über Rassistin bei Gedenkveranstaltung

So einige Zivilgesellschaftler*Innen sowie Antifaschist*Innen staunten nicht schlecht, als sie plötzlich die AfD-Stadtvertreterin Petra Federau auf der Mahn- und Gedenkstunde für die Opfer der Novemberprogrome 1938 erblickten.
Ca. 100 Personen fanden sich wie jedes Jahr am 09. November am Schlachtermarkt ein, um den Opfern der nationalsozialistischen Menschenverachtung zu gedenken, welche auch in Schwerin zahlreichen Jüd*Innen das Leben forderte. Dass nun ausgerechnet Federau dort mit einer brennenden Kerze vor der Synagoge steht, sorgt zurecht für Empörung und Unverständnis.

Ihr Facebook-Profil ist überfüllt mit rassistischen und menschenverachtenden Äußerungen. Menschen, die auf ihrer Flucht nach Deutschland kommen, bezeichnet sie als „Trojanisches Pferd“. Sie spricht ihnen ihre Menschlichkeit ab und beschreibt sie nur als Gefahr. Sie hetzt die Stimmung auf, indem sie rhetorisch fragt, ob man demnächst arabisch lernen müsse. Personen im „wehrfähigen“ Alter haben, ihrer Meinung nach, kein Recht auf Selbstrettung. Sie sollten lieber den Tod im Krieg finden. Diese Hetze zeigt in Schwerin ihre Wirkung: In den letzten beiden Jahren kam es immer wieder zu rassistischen Übergriffen.

Erschreckend ist, dass die AfD alles andere als frei von Antisemitismus ist. Zwar wird sich immer wieder distanziert, jedoch scheinen große Teile der Partei kein Problem damit zu haben. AfD-Vorstand von Sachsen-Anhalt Dirk Hoffmann relativierte den Holocaust und wetterte im gleichen Atemzug gegen Israel. [1] Die Konsequenz der Partei? Sie stellt ihn zum Oberbürgermeisterkandidaten von Wittenberg auf.

Der AfD – interne Streit um antisemitische Äußerungen des baden-württembergischen Landtagsabgeordneten Gedeon zeigte, dass ein Großteil der Mitglieder kein Problem, selbst mit den steilsten Thesen hat. Nicht umsonst warnte Reinhard Schramm, Vorsitzender der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen hinsichtlich der Anbiederungsversuche an Jüdische Gemeinden von der AfD: „Diese Leute hassen heute die Muslime, und morgen hassen sie uns.“

Es ist heuchlerisch und beschämend, dass so eine Person an dem Gedenken für die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus teilnimmt, während ihre Partei sich selbst über eine religiös-bedingte Fremdenfeindlichkeit definiert und über den Schießbefehl an der Grenze debattiert.

 

Gegen jeden Antisemitismus!

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